Michael Pand

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Christoph Carl Fernberger, der unfreiwillige Weltumsegler
 

Nomen est omen, doch was dem jungen Soldaten zu Beginn des 30-jährigen Krieges mit fernen Bergen, (Vulkanen), unerforschten und fremden Völkern widerfuhr, darf als das gewaltigste individuelle Reiseabenteuer des ganzen 17. Jahrhunderts bezeichnet werden.

Aus dem Raißbuch, so er allendhalben gethan hat wissen wir, daß Christoph Carl Fernberger im Oktober 1621 nach einer Schiffspassage fragte, um von Amsterdam über Venedig nach Österreich zu reisen. So wurde er, unfreiwillig, zum ersten österreichischen Weltreisenden.

Der 22-jährige Hauptmann diente in der spanischen Rheinarmee, weil Spanien mit Österreich-Habsburg verbündet gegen die aufständischen Holländer kämpfte, und wurde bei einem Gefecht nahe der holländischen Stadt Roosendaal gefangen genommen, bald danach aber wieder freigelassen.

Im Oktober 1621, bei dem Versuch wenigstens zu seinem Regiment, oder noch besser nach Österreich zurück zu gelangen, beginnt er mit seinem Raißbuch, eigentlich ein Kriegstagebuch, denn „reisen" bedeutete in der frühneuhochdeutschen Sprache des 17. Jh. soviel wie „in den Krieg ziehen".

Die handschriftliche Abschrift und Zusammenfassung der ganzen Reise die 7 Jahre lang, von 1621 bis 1628 dauern wird, befindet sich im Privatbesitz des Grafen Harrach, eine weitere Abschrift in der Salzburger Universitätsbibliothek und beide wurden als wissenschaftliche Quellenedition vom Altrektor der Ethnologen, Univ.-Prof. Dr. Karl Rudolf Wernhart in der originalen, frühneuhochdeutschen Sprache, mit zahlreichen historischen und ethnologischen Kommentaren und Forschungsergebnissen ergänzt, bereits vor rund 20 Jahren im Europäischen Verlag Wien herausgegeben.

Der breiten Öffentlichkeit ist aber sowohl die Person des unfreiwilligen Weltreisenden sowie dessen Reiseabenteuer, das ihn vor rund 370 Jahren von Amsterdam zuerst an die Westküste Afrikas, durch den südlichen Atlantik bis nach Feuerland, an der Westküste Südamerikas über Chile, Peru und Mexiko vorbei bis nach Kalifornien und dann weiter durch den Pazifik, zuerst zu den Mariaanen -Inseln, auch auf die Philippinen und dann zu den Gewürzinseln Indonesiens, auf die Molukken, Java und Sumatra, schließlich nach China, Taiwan, Thailand, Japan, später nach Indien, Persien und an die arabischen Halbinsel, und über Südafrika wieder zurück nach Amsterdam und zu guter Letzt doch noch nach Wien führen sollte, aus rätselhaften Gründen verborgen geblieben.

Diese 362 bzw. 352 Jahre die uns von der Niederschrift des Tagebuches trennen, bringen natürlich auch Unklarheiten, Mißverständnisse, ebenso irrtümliche und fehlerhafte bzw. nicht mehr rekonstruierbare geographische Bezeichnungen mit sich. Denn die Historie läßt sich keinesfalls, wie Nietzsche mit Nachdruck lehrt, in „reines Wissen" und noch weniger in glatte Wissenschaftlichkeit auflösen.

Schon am Beginn der Aufzeichnungen, im Herbst 1621, müssen wir eine solche Unklarheit in Kauf nehmen : das Schiff, mit dem Fernberger lossegelte hatte niemals vor, auf kürzestem Weg nach Venedig zu fahren, sondern nahm Kurs nach Westafrika.

Den 29. November ging ich zum Wasser, dar lag ein Schiff welches mit Stuckhguedern oder Kaufmannswaren durch die Stadt LANÄNDER nach Venetien wollte gehn; so lautet die Stelle im Original der Wiener Handschrift.

Bald darauf, am 29. Januarij 1622 zerbrach das Schiff an einer blinden Klippen südlich der Kapverdischen Inseln. Etwa die Hälfte der Mannschaft ertrank, die andere zu der Fernberger gehörte, rettete sich auf ein felsiges, wasserloses Riff. Die Lage für die Überlebenden war aussichtslos: zwar fischten sie noch etwas Brot, das mit den Toten im Wasser vorbei schwamm und sammelten Regenwasser, dann ergaben sie sich in barock-gottesfürchtiger Art und Weise ihrem Schicksal, den unmittelbar bevorstehenden Tod.

Den 7. Februar 1622 starb unser Kapitän mit noch zwei andern, vermachte mir zum Testament sein Brot und Käs samt dem Stockfisch, weil ich ihn gepflegt hatte. Die andern aber begehrten es von mir, oder sie wollten es mit Gewalt nehmen. Hab´s also müssen hergeben und es ist untereinander geteilt worden. Einer aus Danzig hat sich aus Kleinmütigkeit über einen Felsen hinabgestürzt und ist in Stücke zerfallen.

Doch nach 13 Tagen wurden die 29 Schiffbrüchigen von einer holländischen Flotte der Vereenten Ost-Indischen Compagnia (VOC) entdeckt, die allerdings nach Magellanes, nach Feuerland bestimmt war, um von den spanischen Silberküsten Südamerikas Beute zu holen, dann wollten sie weiter zu den Gewürzinseln Indonesiens segeln. Schon seit 1594 (und dann bis nach dem 2. Weltkrieg) hatten die Holländer einen militärischen Stützpunkt in Jakarta, den sie Batavia nannten.

Nur die Hälfte der Schiffbrüchigen, 14 Matrosen und unter ihnen Fernberger, entschloß sich auf dieser weiten und gefahrvollen Reise mitzufahren, 15 Überlebende entschieden sich jedoch dafür, auf der wasserlosen Insel zu sterben .

Wir nahmen von unsern Brüdern, die hier verbleiben wollten Abschied und schieden mit Schmerzen auseinander, so daß auch die, welche uns geholt, aus Mitleid weinten.

Fernberger wird mit 5 Gulden monatlich in den Dienst der Ost-Indischen Kompanie aufgenommen und entsprechend seinen Fähigkeiten auf die Soldatenrolle geschrieben. So segelte er, 100 Jahre nach Fernao de Magellan, nahezu auf dessen Kurs zuerst Richtung Brasilien, an der Mündung des Rio de la Plata südwärts nach Tierra del Fuego, das von Magellan so benannte Feuerland.

Auch der seltsam anmutende Entschluß von 15 Schiffbrüchigen, lieber auf dem Riff zu sterben, als die gefährliche Weltreise mitzumachen, versteht sich besser wenn man weiß, daß nach einer Fahrt von 15 Monaten nur 318 der ursprünglich 1300 Mann Besatzung den holländischen Stützpunkt in Jakarta lebend erreichte. Nicht nur der Skorbut, auch grausige Wurmkrankheiten dezimierte die Mannschaft.

Ich hab auch an vielen die kommen und vom Wasser trinken gesehen,daß ihnen zwischen Haut und Fleisch Würmer wachsen, ellenlang. Es ist auch einer auf unserem Schiff gewesen, dem sind vier zugleich aufgebrochen. Man muß sie nit abreißen, sondern alle Tag auf einem kleinen Hölzl herauswinden, sonst leidet man große Schmerzen .

Mit viel Mühe wird Südamerika umschifft, in Chile ißt der Österreicher am 21. Oktober 1622 zum erstenmal Erdäpfel :

Den andern Tag gingen wir ans Land mit 50 Musketierern von beiden Schiffen, da kamen bey 30 Schwarze als wir ans Land wollten gehn, und sie kamen und legten ihre Häupter auf die Erden, und gaben uns jedem Wurzeln, welche man in Indien BETATES (potatoes) nennt; sein guet wann sie gesotten sein.

Weitere zwei Monate segelte die Flotte die ganze Westküste Südamerikas in nördlicher Richtung. In Chile, Peru und Mexiko, das auch als Nova Spania bezeichnet wurde, wird gemäß dem Auftrag den das holländische Kriegsschiff hatte, geplündert, gemordet und geraubt. Die zu diesem Zeitpunkt schon sehr dezimierte Flotte, -einige Schiffe mußten versenkt werden weil nicht genug Mannschaft vorhanden war, kam bis Kalifornien und überfiel noch ein spanisches Handelsschiff, das aus den Philippinen kam. Bei diesem Beutezug gelangte Christoph Carl Fernberger in den Besitz von 6 Diamanten, die in einem Kästlein in einem Balken des Spanischen Schiffes eingeschnitten waren. Ohne diese seinen Vorgesetzten abzuliefern, behielt er die kostbaren Beutestücke, die ihm später als Startkapital in Indonesien zu großem Vorteil verhalfen: er bestach damit den General der VOC in Batavia, damit ihn dieser aus dem Dienst der Kompanie entläßt.

Noch aber segelten sie im Pazifik und gingen auf den Mariaanen-Inseln, die Fernberger als die inßel Delo Latrones, welche von ferne eine sehr schöne inßel ist... bezeichnete, an Land. Er konnte zu dem Zeitpunkt nicht wissen, daß die Mariaanen noch im selben Jahrhundert nach Maria Anna de Austria, der Witwe Philipps IV. von Spanien und Tochter Ferdinands III. von Österreich benannt wurden.

Auf den Philippinen, wo die Spanier bereits eine Garnison mit 200 Mann stationiert hatten, blieben sie nur kurz. Am 23. April 1623 erreichten sie die Gewürzinsel Ternate, die jetzt zu Indonesien gehört, sahen Bali und Lombok und erreichten nach einer 15-monatigen Anreise, bei der drei Viertel der Mannschaft ums Leben kam, schließlich doch noch in Batavia (Jakarta) die Reede.

Als wir am 25. Juli 1623 vor Jakarta unsere Anker fallen ließen, da gaben wir mit unseren Kanonen Feuer, auf dem Kastell wurden 3 Freudenschuß zu unsern Ehren getan,....

Fernberger, der am Skorbut litt, sollte als einfacher Soldat weitere 3 Jahre im Dienst der VOC verbleiben, doch gelang es ihm, durch Bestechung des Generals mit einem seiner erbeuteten Diamanten, sich von der Ost-Indischen Kompanie freizukaufen.

Eindrucksvoll beschreibt er Leben und Alltag in Indonesien um 1623, die Gefahr nachts in der Stadt durch Tiger angefallen zu werden, und er beginnt sofort nach seiner Ankunft die malaiische Sprache zu lernen.

Als Freimann kauft er die Gewürze von den Eingeborenen, um sie als Zwischenhändler an die VOC weiter zu verkaufen. Seine „Geschäftsreisen" führen ihn in den folgenden Jahren zuerst nach Sumatra, dann nach China und Taiwan, nach Thailand, Japan, zurück nach Sumatra, auch auf die Molukken und schließlich wieder nach Jakarta, wo er Haus und Sklaven erwarb.

Obgleich nahezu jeder Eintrag des Tagebuches ein aus heutiger Sicht unvorstellbares Abenteuer, einen gewaltigen, täglichen Kampf ums Überleben beinhaltet, gipfelt der Aufenthalt in Thailand 1624 bis 1625 in einen grotesken Höhepunkt :

Als Fernberger bei seiner Ankunft im Königreich Bethanien (im heutigen Südthailand, etwa bei der Stadt Pattani) erfährt, daß die bethanische Königin in einen Grenzkonflikt mit dem thailändischen König geraten war, bietet der solchermaßen ausgebildete Berufssoldat sein europäisches Know-how an, einen Feldzug gemeinsam mit 66 Holländern und Portugiesen, sowie 3000 bethanischen Sklaven, alle unter seinem Kommando, für die Königin zu organisieren und zieht für sie in die Schlacht.

In wenigen Tagen kann er den Konflikt militärisch für die bethanische Seite entscheiden und überbringt daher persönlich die Nachricht der Victori. Dabei mußte er zu seinem Erstaunen feststellen, daß die bethanische Königin ernstlich vorhatte, ihn zu einem ihrer zahlreichen (insgesamt 25) Ehemänner zu machen und ihn hindern wollte, aus Bethanien abzureisen. Fernberger ergriff die Flucht und schreibt in das Tagebuch:

...den ich lieber begehrte im Wasser zu sterben, als nach gehabter Unzucht auf Befehl der Königin....

Über Sumatra fährt er 1625 nach Japan in die Stadt Firanda auf der Insel Hiradoschima.

Dieses Volk der Japanesen sind meistenteils Heiden, glauben an keine Auferstehung, es sind darunter aber auch viele Christen. Sie sind ziemlich weiß, doch ein wenig kürzer von Person als wir. Es ist eine sehr mannhafte Nation zum Kriegführen, wenn sie auch nur ein wenig vom Hause gehen, nehmen sie vier Säbel zu sich, sind übermütig, stolz, ums Geld aber tun sie alles.

Wenn einer was verbricht und wird vom Richter zum Tod verurteilt, ladet er viele gute Freund zu sich nach Haus zum Essen und ist lustig. Wenn das Mahl vorüber ist, geht er in ein anderes Zimmer, tötet sich mit dem kleinen Säbel, denn sie vorne tragen und wenn er noch schreit, so kommen seine Freund und der nächste in der Freundschaft gibt ihm noch einen Schnitt dazu. Dann laufen sie vor den Richter und zeigen ihm an, daß er ehrlich gestorben ist.

Dem geschichtskundigen Leser stellt sich, mehr als einmal, die Frage: ist es möglich, daß ein einzelner, schiffbrüchig gewordener Soldat, dies alles in 7 Jahren erleben konnte ?

Doch die überprüfbaren geschichtlichen Daten, ethnologische und kulturhistorische Vergleiche mit anderen Quellen und auch die innere Struktur des Textes lassen wenig Zweifel an dessen Authentizität. Auch der Umstand, daß es niemals als sensationelles Überlebens-Abenteuer zur Veröffentlichung bestimmt war, spricht für dessen Echtheit.

Undenkbar ist, daß ein Außenstehender, also jemand der nicht zumindest ähnliche Reiseerfahrungen in dieser Zeit durchlebte, das Tagebuch frei erfunden hätte. Und doch wären, mit vergleichsweise geringem historisch-wissenschaftlichen Aufwand, einige Unklarheiten aufzuklären :

Am 18. August 1625, Fernberger war wieder in seinem Haus in Jakarta, erhielt er Nachricht und Gruß von einem jungen Freiherrn von Teuffel aus Österreich, welcher später auf der Überfahrt von Boutung nach Madagaskar gestorben ist, und den er begraben ließ. Das läßt aufhorchen, denn zweifellos handelt es sich um einen Verwandten und Nachkommen des Freiherrn Hans Christoph von Teufel von Krottendorf, Freiherrn von Guntersdorf-Eckhartsau, der mit dem Onkel unseres Fernberger , nämlich Georg Christoph Fernberger von Egenberg bereits im Jahr 1588 eine Reise ins Heilige Land und nach Westasien unternommen hatte und dann alleine, von Ormuz, einer wichtigen Hafenstadt jener Zeit, durch Indien und das Reich Pegu (jetzt :Myanmar) bis nach Macao gekommen ist. Diese Reise aber wurde bis jetzt, obgleich zwei Handschriften in lateinischer und italienischer Sprache existieren, nicht weiter wissenschaftlich verifiziert.

Bald darauf, im September desselben Jahres 1625 fährt Christoph Carl, der seinen weitgereisten Onkel mit keiner Zeile im Tagebuch erwähnte, ebenfalls nach Ormuz und überlebt im Persischen Golf seinen 2. Schiffbruch. Seltsamerweise genau dort, wo sich rund 40 Jahre zuvor die Wege von Teuffel und Fernberger-Onkel trennten.

Christoph Carl Fernberger wird aber von arabischen Seeleuten gerettet und dann, wie es üblich war, an einen armenischen Kaufmann für 20 Taler verkauft, den er ein Jahr lang auf Reisen in Persien und auf der arabischen Halbinsel begleitet. Da bei seinem 2. Schiffbruch seine Täfelchen, mit denen er bisher seine Aufzeichnungen machte, verloren gingen, gibt er das folgende Jahr 1626 nur sehr verkürzt und zusammengefaßt wieder. Es gelingt ihm, sich mit ausgeborgtem Geld, er unterzeichnete einen Schuldschein über 100 Taler, von dem Armenier freizukaufen. Nun versucht er die Heimreise nach Österreich anzutreten. Der verhältnismäßig kürzere Landweg über Konstantinopel erscheint ihm aber, aufgrund der Nachrichten die er von den türkischen Einfällen nach Westeuropa erhält, als zu riskant.

Fernberger begibt sich abermals auf ein Schiff und fährt in wenigen Wochen, ein Zeitraum der theoretisch möglich, aber schwer vorstellbar ist, zuerst nach Macao in Südchina, wo die Portugiesen bereits einen Stützpunkt hatten, dann auf einem ziemlichen Umweg zurück nach Jakarta, in sein Haus in Batavia. Auf der Flotte des zurückberufenen Generalgouverneurs Jan Pieterz Coen gelingt es ihm, mitgenommen zu werden und die Heimreise nach Europa anzutreten. Mit an Bord nimmt er einen kleinen lupart, einen Tiger (?) und einige exotische Vögel, Papageien und Kakadus; einen davon schenkt er später in Wien der Kaiserin Gonzaga, berichtet uns aber, daß dieser Vogel nach 10 Monaten am kaiserlichen Hof durch Verwahrlosung ums Leben kam.

Den 1.October 1627 mitten tag gingen wir zu segl mit solchen freiden, als ob wir den himmel zurliefen.

Über Südafrika, wo die Flotte eine Pause einlegte und von der autochtonen Hottentotten Bevölkerung frisches Fleisch gegen Messing eintauschte, ging die Rückreise nach Amsterdam, wo Fernberger 7 Jahre zuvor versuchte nach Österreich zu gelangen.

Den 17. Januar 1628, gottlob, erreichten wir den äußersten Punkt von Afrika. Als ich danach ans Land fuhr, sahen wir Schwarze, die hatten ein viereckiges Fell auf ihren Schultern. Ich hab nit bald so garstige Leute gesehen. Sie haben wie die Gaffers gekrauste Haar, schmieren das Gesicht mit Kuhmist, um den Hals hängen Därme von Kühen und Schafen und sie fressen auch davon. Sie stinken wie ein Aas, springen und tanzen vor uns und schreien : „HODENDO, HODENDO", aber niemand kann ihre Sprache.

Auf dieser 9-monatigen Heimreise starben nochmals 120 Menschen, 22 wurden schwerkrank an Land gebracht. Der kleine Tiger wurde ihm aber bei der Ankunft in Den Haag vom Prinz von Oranien konfisziert.

Er (der Prinz von Oranien) ließ mir nachher sagen, ich wär nit befugt gewesen, das Tier aus Indien heraus zu bringen. Ich durfte nichts dagegen sagen, mußt es also geschehen lassen. Den 26. sind wir auf Amsterdam gekommen und ich bin den 5. August nach Hamburg gefahren und 3 Wochen dort geblieben. Habe mir 2 Pferde gekauft und bin nach Lüneburg gezogen, von da nach Magdeburg, und auf Leipzig und Prag und dann auf Wien, wo ich, Gott sei´s gedankt, all die Meinigen glücklich und gesund gefunden.

Und so ist meine Reis auf´s Kürzeste beschrieben, wie und in was Gestalt ich diese getan. Der sich auf den Globus terrestere versteht, der wird sehen, das ich mit ziemlichen Fleiß bei meiner ganzen Ein- und Ausreis meine HOHTE und LEHTE (die Höhen-und Breitengrade) angezeichnet hab. Der es aber nit versteht, der zieh selber hinen und beseh es. Alsdann wir er mir besser Glauben geben. Ich hab es durch Gottes Gnad und Barmherzigkeit mit 5 Dukaten, die ich aus meines Vaters Haus mitgenommen; dem sei Lob, Ehr und Dank gesagt.

Amen.

© 1995 by Michael Pand

 

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